Ein kleiner Fleck Erde zwischen dem schneeweißen Grönland und grünem Europa, knapp unterhalb des Polarkreises: Da liegt Island. Dass es auf der Insel mit den vielen eisigen Gletschern eher kalt ist, liegt auf der Hand. Die Hauptreisezeit ist daher im Sommer von Juni bis Mitte August. Dann liegen die Temperaturen bei 12 bis 15 Grad, die Tage sind länger. Das bedeutet aber auch: Jede Menge Touristen, die zum Beiwerk der stillen Natur werden und Saison- Preise, die Ohnmachtsgefühle auslösen. Ich entschied mich also für eine Islandreise im Winter.
Mutig, ich weiß. Denn zum isländischen Winter gehören auch unbändige Schneestürme, Tagestemperaturen im Minusbereich, vereiste Straßen. Ich ließ mich jedoch von den Preisen für Flüge, Mietwagen und Hotels überzeugen. Während die jeweils rund dreieinhalbstündigen Hin- und Rückflüge im Juli aktuell bei ca. 300 Euro liegen, zahlte ich für Flüge im Dezember rund 80 Euro weniger. Noch überzeugender waren jedoch die Preise für einen Mietwagen. Das Mittelklasse-Auto mit Allrad-Antrieb, das ich im Dezember eine Woche für 420 Euro lieh, kostet im Juli aktuell rund 900 Euro. Hotels, in denen ich für ca. 150 Euro pro Nacht unterkam, kosten im Sommer mehr als das Doppelte. Der Winter überzeugte mich also sehr als Reisezeit und so buchte ich alles.
Bevor es losging, informierte ich mich über Must-haves: Thermobecher und -kleidung, Handschuhe, Sturmhauben, Spikes für die Schuhe – wobei ich mich naiverweise gegen die Schuhkrallen entschied und sie an einigen Stellen sehr vermisst habe. Alles kaufte ich aus Kostengründen vorab in Deutschland. Neben der warmen Kleidung brachte mich besonders mein Thermobecher mit Freude durch die kalten Tage. Nämlich spätestens beim Anblick der Preise von Heißgetränken entwickelte ich innige Gefühle für mein sinnvolles Mitbringsel. Ein Tee kostete in Tourismuszentren und Cafés zwischen drei und vier Euro. Da jedes Hotelzimmer mit einem Wasserkocher und Teebeutel ausgestattet war, konnte ich vor Ausflügen kostenlosen Tee vorbereiten und mitnehmen. Teure Tees aus Touri-Zentren? Nicht mit mir!
Gegen die teuren Essenspreise fielen mir jedoch wenige Auswege ein. Bei jeder Bezahlung im Restaurant gab ich meine Kreditkarte nur schweren Herzens an die Bedienung weiter. Die traditionelle isländische Lammsuppe, die mich nach eisigen Ausflügen wieder auf Betriebstemperatur brachte, kostete mich im Durchschnitt 20 Euro. Das leckere Gericht in Vorspeisengröße gehörte neben Fisch und Pommes zu den günstigeren Restaurantspeisen. Meistens musste die Suppe dann erstmal reichen. Denn ein sattmachendes Hauptgericht kostet um die 30 Euro. Um Schweißausbrüche vor der Bedienung zu umgehen, deckte ich mich an einigen Tagen mit Fünf-Minuten-Terrinen aus dem Supermarkt ein. Die Nudelgerichte aus dem Plastikbecher kosten in Island zwei bis drei Euro. Außerdem achtete ich bei den Buchungen der Hotels darauf, dass ein Frühstück inklusive ist. Denn ein einfaches belegtes Brot kostete bereits ca. sechs Euro und macht bei weitem nicht so satt wie die reichhaltigen Frühstücksbuffets mit jeder Menge Skyr, Rührei, frischem Brot und Aufschnitt.
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Auch bei den Ausflügen gab es allerlei Möglichkeiten zu sparen. Allein, dass ich mit dem Auto unterwegs war, schonte meinen Geldbeutel erheblich. Beispiel: Eine geführte, sechsstündige Tagestour von Reykjavík über den "Golden Circle" kostet 60 Euro. Die beeindruckende Route durch das Geothermalgebiet mit dem spuckenden Geysir, dem imposanten Wasserfall Gullfoss und dem Nationalpark Thingvellir kostete mich mit dem Auto (Park- und Spritkosten) nur rund 30 Euro.
Zu den günstigsten, geführten Aktivitäten gehört eine Schiffstour, um Wale zu beobachten. Und das gönnte ich mir ausnahmsweise. Die dreistündige Fahrt kostete 60 Euro – falls kein Wal gesichtet wird, gibt es das Geld zurück. Ich empfand die Tour, im Vergleich zu einer dreistündigen Gletscher-, oder Eishöhlentour für 150 Euro oder einer zweistündigen Schneemobiltour für über 200 Euro, als wesentlich erschwinglicher.
Sparen lässt es sich außerdem, wenn es um Islands berühmte, heiße Bademöglichkeiten geht. Neben den teuren und touristischen heißen Quellen wie der "Blue Lagoon" in Grindavík für 80 Euro Eintritt und der "Sky Lagoon" in Reykjavík für 50 Euro, gibt es jede Menge günstigere bis kostenlose Alternativen. Zum Beispiel die "Secret Lagoon" in der abgelegenen Gegend Flúðir. Das Naturfreibad kostet nur 20 Euro. Es ist zwar nicht so groß wie die teuren Wellness-Attraktionen, dafür allerdings auch weniger überlaufen.
Umringt von grüner Natur und dem steinigen, fensterlosen Häuschen am Beckenrand, wirkt der Ort mit dem aufsteigenden Dampf des Wassers gar mystisch. Komplett kostenlos ist das 25-Meter-Becken bei Seljavellir. Es handelt sich dabei um den ältesten noch funktionierenden Pool Islands – erbaut 1923. Mitten im Nichts an einem kleinen Berg lädt das warme Wasser zum Baden ein. Eine weitere kostenlose Bademöglichkeit gibt es in Reykjadalur, dem rauchenden Tal, 45 Minuten von Reykjavík entfernt. Allerdings liegt zwischen dem heißen Bach und dem Parkplatz ein drei Kilometer langer Fußweg. Angekommen lässt es sich im mollig warmen Wasser aufwärmen.
Flüge, Unterkünfte, Verpflegung, Aktivitäten in Island: An vielen Stellen ist es tatsächlich möglich, den Geldbeutel zu schonen. In der Summe kostete mich der einwöchige Urlaub im eisigen Norden rund 2500 Euro. Zugegeben: Auch im Winter und trotz aller Einsparungen ist das kein Schnäppchen. Aber: Die Erinnerungen an diese Reise sind unbezahlbar.
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